Eine Etappe voller Geschichte, Begegnungen und bewegender Momente
Mit der 8. Etappe unserer Wimpelwanderung auf dem Weg zum 123. Deutschen Wandertag in Oberwiesenthal stand für unsere Wandergruppe ein Abschnitt auf dem Programm, der weit mehr war als eine sechs Kilometer lange Wanderung. Die Strecke führte von Mödlareuth bis zum Dreifreistaatenstein – durch eine Region, in der Geschichte lebendig wird und in der das Miteinander heute wichtiger ist denn je. Nach den eindrucksvollen Erlebnissen beim Thüringer Wandertag in Bad Tabarz wartete bereits der nächste emotionale Höhepunkt auf unsere Wanderfreunde. Genau dafür steht unsere Wimpelwanderung seit ihrem ersten Schritt.
Staffelstabübergabe im geteilten Dorf
Der Tag begann in Mödlareuth – jenem kleinen Ort, der als „Little Berlin“ weltweite Bekanntheit erlangte. Über vier Jahrzehnte verlief hier mitten durch das Dorf die innerdeutsche Grenze. Familien, Nachbarn und Freunde wurden durch Mauer, Zaun und Stacheldraht voneinander getrennt. Heute erinnert das Deutsch-Deutsche Museum eindrucksvoll daran, wie wertvoll Freiheit, Demokratie und ein friedliches Miteinander sind. Dort erfolgte die symbolische Staffelstabübergabe. Unser Vereinspräsident und Präsident des Thüringer Landtags, Dr. Thadäus König, übergab den Wanderwimpel an den sächsischen Landtagsabgeordneten. Mit dabei waren auch Ivona Valhová, Ph.D., Generalkonsulin der Tschechischen Republik, Dr. Oliver Bär, Landrat des Hofer Landes, und Christian Herrgott, Landrat des Saale-Orla-Kreises. Dieser Moment machte deutlich, wofür die Wimpelwanderung steht: Menschen über Ländergrenzen hinweg zusammenzubringen, Freundschaften zu pflegen und den Gedanken des gemeinsamen Wanderns weiterzutragen.
Ein Museum, das Geschichte greifbar macht
Zu den eindrucksvollsten Erlebnissen des Tages gehörte zweifellos die Führung durch das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth. Original erhaltene Grenzanlagen, persönliche Schicksale und bewegende Geschichten machten die Zeit der deutschen Teilung auf beeindruckende Weise nachvollziehbar. Gerade für unsere Wandergruppe war dieser Besuch weit mehr als ein Programmpunkt. Er war eine Erinnerung daran, wie wertvoll es ist, heute ohne Grenzen gemeinsam unterwegs sein zu können. Dort, wo früher Mauern trennten, verbinden heute Wanderwege Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus.
Symbolischer Grenzübertritt am Dreifreistaatenstein
Anschließend führte der Weg über insgesamt sechs Kilometer zum Dreifreistaatenstein. Dort treffen die Freistaaten Thüringen, Bayern und Sachsen aufeinander – ein Ort mit besonderer Symbolkraft.
Gemeinsam den nächsten Freistaat zu erreichen, machte einmal mehr deutlich, dass unsere Wimpelwanderung nicht an Landesgrenzen endet, sondern Menschen verbindet und Gemeinschaft wachsen lässt.
Der Blick richtet sich bereits nach Oberwiesenthal
Mit dem Erreichen Sachsens beginnt gleichzeitig ein neuer Abschnitt unserer Reise. Bereits jetzt laufen die Planungen für die kommenden Etappen auf dem Kammweg Erzgebirge–Vogtland, der unsere Wandergruppe Schritt für Schritt dem großen Ziel entgegenführen wird. Ende September soll der Wimpel schließlich den 123. Deutschen Wandertag in Oberwiesenthal erreichen. Bis dahin liegen noch viele Kilometer vor unseren Wanderfreunden – aber ebenso viele Begegnungen, besondere Orte und unvergessliche Momente.
Denn genau das macht diese Wimpelwanderung so besonders: Sie verbindet Landschaften, Geschichte und Menschen – und zeigt auf jedem einzelnen Kilometer, dass gemeinsame Wege stärker sind als jede Grenze.
