Spielvereinigung Geratal – 1. SC 1911 Heiligenstadt 0:3 (0:2)

Den am höchsten gelegenen Sportplatz der Thüringenliga in Geschwenda verließ der SC Heiligenstadt am letzten Samstag als verdienter Sieger. Garanten dafür waren eine taktisch disziplinierte Mannschaftsleistung, das funktionierende Abwehrbollwerk, ein kleines Quäntchen Glück und ein wieder einmal überragender Torhüter Christoph Sternadel.
Kai Rhöse sowie der kurzfristig aus seinem Studienort angereiste Georg Kränzel verstärkten die Abwehr um die beiden Innenverteidiger Marcel Hanusch und Martin Heinevetter und diese hatte von Beginn an Schwerstarbeit zu leisten. Der Gastgeber, mit seinen beiden körperlich robusten Stürmern A. Mantlik und M. Zentgraf, übernahm sofort die Initiative, agierte fast ausschließlich in der gegnerischen Hälfte. Ein ums andere Mal wankte die SCH-Abwehr, aber sie fiel nicht. Da musste sich der junge Verteidiger schon mal ein paar harsche Worte seines erfahrenen Defensivkollegen anhören, wenn er nicht resolut genug in den Zweikampf. Mit Erfolg, wie sich am Ende zeigte. Jeder im Team war in die Abwehrarbeit eingebunden und jeder tat das aufopferungsvoll und engagiert. Die wenigen Entlastungsmöglichkeiten wurden nicht konzentriert genug zu Ende gespielt, so dass sich für den SCH kaum Tormöglichkeiten ergaben. Die beste hatte S. Möhlhenrich, der nach einer Ecke knapp am Tor vorbei köpfte. Nach gut 20 Minuten brannte es mal wieder im Heiligenstädter Strafraum. Keeper Sternadel riskierte mehr Kopf als Kragen, begrub den Ball unter sich, handelte sich bei dieser Aktion aber eine blutende Wunde an besagtem Körperteil ein. Minutenlang wurde er auf dem Platz behandelt. A-Juniorentorhüter Justin Wagner, der erstmals mit dem Herrenteam mitreiste, begann bereits sein Aufwärmprogramm. Ob ihm dabei etwas das Herz in die Hose gerutscht ist, darf gerne sein Geheimnis bleiben, denn Sternadler konnte mit einem „schmucken“ Kopfverband weitermachen. Wenige Minuten später hatte der Torhüter seinen großen Auftritt, allerdings nicht in seinem eigentlichen Aufgabenbereich. Einen zurück gespielten Ball schlug Sternadler nach vorne ins Zentrum. Der Torhüter der Gastgeber, welcher weit vor seinem Gehäuse agierte, merkt etwas spät, dass sein Verteidiger den Ball nicht erreicht, rutscht selbst bei seiner Abwehraktion aus, die Kugel springt auf, landet im Tor. Torschütze Christoph Sternadel!!!
Nur wenige Minuten später spielte der SCH einen Angriff über rechts konzentriert nach vorne, den M. Lerch mit sattem Schuss erfolgreich abschließt. Seitenwechsel mit einer 2:0 Pausenführung für den Gast.
Wer jetzt mit einem bedingungslosen Anrennen des Gastgebers rechnete, wurde enttäuscht. Immer wieder schob sich die Spielvereinigung in der eigenen Hälfte den Ball hin und her, wartete geduldig auf die sich bietende Lücke. Die SCH-Abwehr verschob geschickt, ließ kaum etwas zu. Gefahr resultierte aus Standards und aus Fernschüssen. Bei diesen erledigte Sternadel seine Hauptaufgabe eindrucksvoll. Alles, was auf sein Tor kam, wurde seine Beute. Gewohnt sicher fing er die Bälle ab, spektakulär kratzte er einen Ball mit Flugparade nach sattem Fernschuss unter der Latte weg und im eins gegen eins ließ er sich, Dank einer schnellen Reaktion auch nicht überwinden. Eine Leistung, die sogar bei den einheimischen Zuschauern teilweise ungläubiges Kopfschütteln hervorrief.
Als der Keeper dann doch mal überwunden war, rettete R. Merfert auf der Torlinie.
In der 64. Minute ließ sich Max Henkel bei einem Konter nicht vom Ball trennen, drang resolut in den Strafraum ein und erzielte den dritten SCH-Treffer.
Der Gastgeber versuchte alles, um zum Ehrentreffer zu gelangen, welcher sicher verdient gewesen wäre. Doch mit so einer Führung im Rücken spielt es sich natürlich leichter. Es ergaben sich noch einige Kontermöglichkeiten, aber weitere Treffer wären einfach zu viel des Guten gewesen. Nur einem hätte man wahrscheinlich ein Tor gegönnt. Co-Trainer Daniel Papst, der wieder als Ersatzspieler aushelfen musste, wurde geschickt im Strafraum in Szene gesetzt, aber sein Abschluss war nicht von Erfolg gekrönt. Wenige Minuten später zirkelte der Routinier einen Freistoß knapp über das Tor.
A-Junior Justin Wagner kam noch zu seinem ersten Kurzeinsatz im Männerteam. Allerdings nicht auf seiner geliebten Torhüterposition, denn dort steht beim SCH einer, der lässt einfach keinen rein.
Kurz danach beendete Schiedsrichter P. Leitschuh die ansehenswerte Begegnung, die mit dem SCH einen verdienten Sieger hatte. Eine Leistung, auf die man zurecht stolz sein darf.

Für den SCH spielten:

C. Sternadel, K. Rhöse, M. Hanusch, M. Heinevetter, G. Kränzel, B. Dragicevic,
R. Merfert (S. Schäfer), M. Lerch (D. Papst), S. Möhlhenrich,
M. Henkel, A. Wilhelm (J. Wagner)

A.M.